CHRONOLOGIE



Das 12. Jh. Nowgorod macht Ingermanland (
Inkerin-maa) tributpflichtig.
1181-1195 Herrschaft des Papstes Alexander III, der verbietet, Waffen "an die Heiden von Ingria" zu verkaufen.
1240           Niederlage der Schweden gegen die russisch-ingrische Armee von Alexander Herzog
                   von Nowgorod in der Schlacht auf dem Fluss Neva in Ingermanland.
1478           Eroberung der Republik Nowgorod durch Moskau.
1484 -1486 Erste brutale Deportationen der Inkeris und Woten von Ingermanland nach Russland.
1617           Ingermanland wird von Schweden unter dem Namen Ingermanland annektiert; Friedens
                   Vertrag von Stolbowo zwischen Schweden und Russland; Lutherische finnische
                   Kolonisation von Ingermanland.
1670 -1734 Lebt
Domenico Andrea Trezzini, erster Architekt Sanct-Petersbourgs, Baumeister vieler
                   wichtiger Gebäude, wie die Kathedrale von St. Peter und Paul, die Zwölf Kollegien und
                   der Menschikow-Palast.
1679–1719 Lebt
Jean Baptiste Leblond, französischer Architekt, Autor der Stadtplannung von Sanct
                   Petersbourg sowie dessen kaiserlichen Residenzvorstädte.
1686–1743 Lebt
Michail Semtzow, Architekt von Sanct-Petersbourg, Baumeister des Palais
                   Anitschkow. 
1700–1771 Lebt
Bartolomeo Francesco Rastrelli, Sohn eines Bildhauers, größter Architekt von
                   Sanct-Petersbourg, Baumeister des (dritten) Winterpalais, des Katharinenpalais in
                   Sarskoe > Zarskoe Selo (Saarikyla "Inseldorf"), des Grand-Palais in Peterhof und vieler
                   anderer Meisterwerke der barocken Architektur.
1703           Peter I Romanow (geb. 1672), (russischer Zar seit 1682 zusammen mit seinem Bruder
                   Iwan V, seit 1689 Autokrat), Herrscher mit westlicher Kultur-Orientierung, gründet Sanct-
                   Petersbourg in Ingermanland an der Stelle der schwedischen Festung Nyen (finnisch:
                   Nevanlinna 'Neva Stadt') im Delta des Flusses Neva, nachdem er dieses finno-ugrische                       Land von den Schweden im Nordischen Krieg zurückerobert hatte. Eine Festung wird
                   südwestlich von Nyen auf der Haseninsel (Jänisaari) errichtet. Ziel von Peter I war,
                   Russland zu europäisieren. Diese Europäisierung (Verwestlichung) wurde nur in dem
                   kleinen Gebiet des nicht-russischen Ingermanlands erreicht. Die Liebe zu Holland und
                   die Leidenschaft, mit der Peter I russische Traditionen ausrottete und persönlich den
                   ethnisch-russischen Adligen die Bärte abschnitt, zwingen die Vermutung auf, dass er das                    ethnische Russland hasste. Infolgedessen schränkte er die Orthodoxie, die traditionelle
                   ethnisch-russische Ideologie, stark ein.  
1704           Versklavung der ingrischen Bauern;
                   Einweihung einer Werft auf der linken Uferseite der Neva.
1710           Ingermanland wird Russland als Provinz einverleibt, die Russifizierung der lokalen
                   Toponyme beginnt.
                   Die erste öffentliche Vergnügungsveranstaltung für die Einwohner Sanct-Petersbourgs:
                   ein Aufmarsch von mehr als 70 Zwergen in prächtigen deutschen Gewändern während
                   der Hochzeitszeremonie von Peter Romanows Oberzwerg.
1710–1716 Errichtung des Menschikow-Palastes durch Domenico Trezzini am rechten Ufer der Neva.
1710–1794 Lebt
Antonio Rinaldi, Architekt von Sanct-Petersbourg, Schöpfer der Paläste in
                   Oranienbaum und Gatchina, sowie des Marmorpalais in Sanct-Petersbourg. 
1711           Der erste Winterpalais wird auf der linken Uferseite der Neva errichtet.
1712–1733 Domenico Trezzini verwirklicht sein größtes Projekt - die St. Peter und Paul Kathedrale
                   auf Jänisaari.
1713           Der Sitz der Hauptstadt Russlands wird von Moskau nach Sanct-Petersbourg verlegt.
                   Alle administrativen Gebäude befinden sich am rechten Ufer der Neva.
1713–1780(?) Lebt
Sabbas Czewakinski, Architekt von Sanct-Petersbourg, Baumeister der
                   Kathedrale von St. Nikolaus, der Paläste für Grafen Scheremetjew und Schuwalow,
                   sowie des Ermitage Diner-Hauses im Katharinenpark von Zarskoe Selo.
1714           Errichtung des Sommerpalais durch Domenico Trezzini und den Berliner Architekten
                  
Andreas Schlüter auf der linken Uferseite der Neva.
1717           Beginn der Reformen, welche traditionelle russische Verwaltungsmuster abschafften,
                   Einführung eines Prototyps von Ministerien (sog. Kollegien), eines staatlichen Kalenders,                    eines staatlichen (nicht kirchen-slawischen) Alphabets, sowie einer Ausbildung nach
                   westlichem Vorbild.
1719–1721 Der zweite Winterpalaises wird am selben Ort erbaut.
1719–1734 Das Kunstkammer-Museum entsteht durch Domenico Trezzini auf der rechten Seite der
                   Neva.
1719–1790 Großkloster (Laura) des 'Heiligen Alexanders von der Neva' von Domenico Trezzini
                   entsteht (vollendet durch Iwan Starow). Zentrale Stadtstraße, die von der Werft zu
                   diesem Kloster führt, wird Newski Perspektive 'Neva-Allee' genannt.
1721           Abschaffung der orthodoxen Institution des Patriarchen; die Russisch-Orthodoxe Kirche
                   wird der Staatlichen Synode in Sanct-Petersbourg unterstellt.
1721, 10–17 10 Die erste große öffentliche Maskerade, die den Nystad Friedens-Vertrag mit
                   Schweden feiert: Peter Romanow tritt dabei in der Kleidung eines holländischen
                   Matrosen auf.
1721, 22 10 Der Senat gewährt Peter Romanow den Kaisertitel und erklärt Sanct-Petersbourg zur
                   Hauptstadt des Reiches.
1722           Demokratisierung des Adels, d.h. Einführung einer Rangtabelle für militärische und zivile
                   Dienstleute, die jedem erlaubte, in den Erbadel aufzusteigen, indem er sich zum Rang
                   eines Obersten oder eines Oberstaatsrats hocharbeitete.
1722–1742 Errichten der Verwaltungszentrale der Zwölf Kollegien auf der Wassiliewski-Insel
                   (wirklicher Name:
Hirvisaari "Elch-Insel") durch Domenico Trezzini.
1725, 8 02 Tod Peter Romanows, der keinen männlichen Erbfolger aus seiner zweiten Ehe
                   hinterließ.
1725–1727 Herrschaft von
Katharine I (litauisch Martha Skauranskaite, polnisch Skowronska),
                   Tochter eines litauischen Landwirts aus Lettland, der zweiten Frau (1712) von Peter
                   Romanow.
1726–1772 Lebt
Alexandre Kokorinow, Architekt von Sanct-Petersbourg, Mitbaumeister der
                   Akademie der Künste und Direktor der letzteren.
1727–1730 Herrschaft von
Peter II Romanow (geb. 1715), Enkel Peter I und seiner ersten Frau,
                   Sohn des Nachfolgers Alexis, der 1718 durch seinen Vater Peter I zum Tod verurteilt
                   worden war.
1730–1740 Herrschaft von
Anna Romanowa, Tochter des Zars Iwan V.
1732–1738 Der Admiralitäts-Komplex der Werft erscheint am Platz der ersten Werft gegenüber den
                   Zwölf Kollegien.
1730(?)–1801 Lebt
Georg Velten, Architekt von Sanct-Petersbourg, Entwickler des Winterpalais-
                   Komplexes, Direktor der Akademie der Künste.
1735(?)–1812(?) Lebt
Charles Cameron, Architekt von Sanct-Petersbourg, Hauptbaumeister der
                   Admiralität 1802-1805, Baumeister des kaiserlichen Grand-Palais in Paulowsk, der
                   Cameron-Galerie und der Achat-Räume in Zarskoe Selo.
1736–1737 Feuersbrünste vernichten zwei Drittel der Admiralitätsinsel (zwischen den Flüssen Neva
                   und Mja, russisch Mojka); eine Kommission zum Wiederaufbau teilt die Stadt in 5 Teile:
                  1) Admiralitäts-Teil - von der Neva bis zum Fontänen-Fluss, 2) Gießerei-Teil - vom
                   Fontänen-Fluss bis zur Neva und Ohta auf der anderen Seite der Neva, 3) Moskau-Teil -                    südwärts vom Fontänen-Fluss bis zum Katharinehof am Finnischen Haff, 4) Wassiliewski-
                   Insel-Teil (wirklicher Name Hirvisaari "Elch-Insel"), 5) Petrograd-Teil – Petrograd-Insel
                   (wirklicher Name
Koivusaari "Birken-Insel") und die restliche Wyborg (Viipuri) -Seite. Das
                    Verwaltungszentrum wird vom rechten Flussufer der Neva in den Admiralitäts-Teil
                    verlegt.
1740–1741 Herrschaft von
Iwan VI Johann Ulrich, Sohn von Anna Romanowa and Anton Ulrich von
                   Braunschweig Lüneburg.
1740–1802 Lebt
Vicenzo Brenna, Architekt von Sanct-Petersbourg, einer der Baumeister des
                   kaiserlichen Grand-Palais in Paulowsk, Erbauer des Michaelsschlosses von Paul I.
1741–1762 Herrschaft von
Elisabeth Romanowa, Tochter von Peter I aus dessen zweiter Ehe; Ende
                   der Nachfolger der männlichen Linie der Romanow-Dynastie.
1742           Einweihung der Akademie der Wissenschaften im Gebäude des Kunstkammer-
                   Museums.
1744–1817 Lebt
Giacomo Quarenghi, Architekt von Sanct-Petersbourg, nach welchem Entwurf
                   wurden die Akademie der Wissenschaften, das Smolny Institut, das Ermitage- Theater, 
                   die Rechnungs-Bank, der Alexander-Palais in Zarskoe Selo und andere Meisterwerke
                   des Klassizismus errichtet.
1748–1764 Das Smolny- ("Bei den Teer-Werken") Kloster und die Smolny-Kathedrale von
                   Bartolomeo Rastrelli entstehen. 
1752–1754 Errichtung des Stroganow-Palastes auf der Neva-Allee und am Ufer der Mja durch
                   Bartolomeo Rastrelli.
1754–1763 Der zweite Winterpalais fällt einem Feuer zum Opfer; Bartolomeo Rastrelli errichtet den
                   dritten Winterpalais am gleichen Ort.
1759–1783 Bautätigkeit des französischen Architekten
Prof. Jean Baptiste Michel Vallin de la Mothe
                   (1729-1800) in Sanct-Petersbourg: nach seinen Plänen entstehen das Museum Kleine
                   Ermitage, ein Handelshof, die katholische Kathedrale der hl. Katharina auf der Neva-
                   Allee, und andere Gebäude, die den Übergang vom Barock zum Klassizismus
                   kennzeichnen.
1759–1814  Lebt
Andre Woronichin, Professor an der Akademie der Künste, Architekt von Sanct-
                   Petersbourg, Baumeister der Kathedrale der Kasanikone von Mutter Gottes auf der
                   Neva-Allee, sowie des Bergbauinstituts auf der rechten Uferseite der Neva.
1760–1813 Lebt Prof.
Jean Thomas de Thomon, Architekt von Sanct-Petersbourg, Baumeister der
                   Börse auf dem Kap der Wassiliewski-Insel (Hirvisaari).
1761–1811 Lebt
Andrean Sacharov, Architekt von Sanct-Petersbourg, nach dessen Projekt der
                   zweite (heutige) Admiralitätskomplex errichtet wurde.
1762 Herrschaft von
Peter III von Holstein GOTTORP (geb. 1728 in Kiel, ermordet in Ropscha auf
                   Befehl seiner regierenden Frau Katharine II), Sohn von Karl Friedrich von Schleswig-
                   Holstein Gottorp und Anna, Tochter von Peter I aus der zweiten Ehe. Peter III begründete                    die Gottorp Dynastie, welche den Familiennamen Romanow annahm. Die Politik von
                   Peter III erweckte den Eindruck anti-russisch zu sein, weil er den Krieg gegen Friedrich II
                   von Preußen beendete und die russischen Truppen aus dem eingenommenen
                   Territorium zurückzog. In Wirklichkeit war dieses nur ein Vorwand für seine amoralische
                   Frau, ebenfalls eine Deutsche, einen Staatsstreich zu organisieren und selbst die Macht
                   zu ergreifen.
1762–1796 Herrschaft von
Katharine II Sophia Charlotte von Anhalt-Zerbst. Sie trug den Beinamen
                   "die Große", wegen ihres äußerlichen Festhaltens an der Aufklärung und der
                   militärischen Siege des Reiches während ihrer Regierungszeit. Tatsächlich zeichnete sie
                   sich aus als sinnliche Frau, die ihre Geliebten beim Bekleiden hoher Posten in der
                   Verwaltung protegierte. Trotz ihrer Sympathie für die Aufklärung schaufelte Katharine II
                   der Polnisch-Litauischen Republik das Grab, nahm teil an ihrer brutalen Vernichtung und                    den Aufteilungen (1772, 1793, 1795) zwischen Preußen, Österreich und Russland. 
1764–1788 Jean B.M. Vallin De La Mothe und Alexander Kokorinow erbauen die Akademie der
                   Künste.
1766–1777 Der französische Bildhauer
Etienne Maurice Falconet schafft in Sanct-Petersbourg das
                   weltweit bekannte Denkmal von Peter I - den sogenannten Ehernen Reiter.
1768–1785 Antonio Rinaldi erbaut das Marmorpalais am linken Ufer der Neva.
1769–1848 Lebt
Wassili Stassow, Architekt von Sanct-Petersbourg; Auf seine Entwürfe gehen
                   zurück: die Kasernen von Kaiser-Pauls-Regiment auf dem Marsfeld sowie die
                  Triumphbögen von Moskau und Narva. Er beendigte auch Bartolomeo Rastrellis
                   Winterpalais und den Katharinenpalast in Zarskoe Selo.
1775–1849 Lebt
Carl Rossi, Architekt von Sanct-Petersbourg, Baumeister des Palastes des
                   Großfürsten Michael, des Elagin-Palastes, des Kaiserin Alexandra Drama-Theaters, der
                   Gebäude von Senat und Synode, der Ensembles von Alexandraplatz und Rossi-Straße,
                   wie auch des Winterpalais-Platzes mit dem Gebäude des Generalstabs.
1779–1846 Lebt
Wassili Demut-Malinowski, Professor und Rektor der Akademie der Künste,
                   Petersbourger Bildhauer, welcher die Gruppe "Die Entführung der Persephone" vor dem                    Bergbau-Institut schuf.
1783–1789 Die Akademie der Wissenschaften wird am rechten Neva-Ufer durch Giacomo Quarenghi                    erbaut.
1786–1858 Lebt
Auguste Ricard de Montferrand, Architekt von Sanct-Petersbourg, Erbauer der
                   Isaaks-Kathedrale und der Triumph-Säule Kaiser Alexanders auf dem Winterpalais-
                    Platz.
1793–1809 Tätigkeit in Sanct-Petersbourg vom italienischen Architekten
Carlo Domenico Visconti,
                   dem Schöpfer des Mausoleums von Kaiser Paul I in Paulowsk.
1796–1801 Regierungsperiode des
brillanten Petersbourgers Paul I (geb. 1754), Sohn von Peter III
                   und Katharine II. Paul I setzte auf die Weiterentwicklung der westeuropäischen Ideen
                   Peters I. Er wirkte aktiv darauf hin, Sanct-Petersbourg als baltische Repräsentantin der
                   Städte des nordeuropäischen Typus und als Metropole für Russland zu formen. Als
                   Parteigänger der lutherisch-preußischen Moralwerte und strengen Ordnung konnte er
                   diese Liebe nur als Neigung zum Katholizismus realisieren, weil der letztere zwischen
                   Orthodoxie und Luthertum eine Mittelstellung einnahm. Da er Ehrenmeister des Malteser                    Ritterordens war, wurde er für die Orthodoxie gefährlich, die das einzige Bindeglied
                   zwischen dem westeuropäischen Sanct-Petersbourg und dem ethnischen Russland
                   darstellte. Dieser Tatbestand wie auch formelle Unzufriedenheit mit seiner Politik in
                   Hinblick auf England wurde von der Aristokratie benutzt, die von Katharine II korrumpiert
                   war und keine Disziplin wünschte. Der große Romantiker wurde als Opfer der
                   Verschwörung in seinem eigenen befestigten Schloss ermordet.
1797–1800 Erbauung des Michaelsschlosses für Paul I am Ufer des Fontänen-Flusses durch den
                   Petersbourger Architekten Vicenzo Brenna und den russischen Architekten
Wassili
                   Baschenow

1798–1877 Lebt
Alexandre Brullow, Architekt von Sanct-Petersbourg, auf dessen Entwurf gehen
                   zurück das Michaelstheater, die neogotische Kirche in Pargolovo (Parkala) und andere
                   Gebäude.
1799–1852 Lebt
Karl Brullow, Sanct-Petersbourger Maler, Bruder von Alexander Brullow.
1801–1825 Herrschaft von
Alexander I, Sohn von Paul I. Er setzte die Europäisierung Russlands
                   mittels Sanct-Petersbourg fort, begriff aber schließlich den kulturellen Abgrund zwischen
                   dieser Stadt und Russland und begann eine Politik der Polizeidiktatur. Während seiner
                   Herrschaft wurden Georgien (1801), Finland (1809), Bessarabien (1812) und
                   Aserbajdschan (1815) annektiert. Er wurde als Mitbegründer der Heiligen Allianz auf dem                    Wiener Kongress von 1815 nach dem Sieg über Napoleon berühmt. Da er mit Hilfe der
                   Kräfte, die seinen Vater ermordet hatten, an die Macht gelangte, und da er dieses
                   offensichtlich wusste, aber es sich zu Nutzen machte, überlebte eine Legende seiner
                   Reue. Er soll angeblich nicht 1825 in Taganrog gestorben, sondern als russischer
                   "Staretz" (ein frommer weiser Greiser, ganz gewöhnlich - ein Mönch) in ein Kloster
                   geflohen sein. 
1801–1811 Die Kathedrale der Kasanikone von Mutter Gottes wird von Alexander Woronichin auf
                   der Neva-Allee erbaut.
1801–1862 Lebt
Alberto Cavos, Architekt von Sanct-Petersbourg, Baumeister des ersten Großen
                  Theaters (ferner – des Konservatoriums) und Rekonstrukteur des Zirkus für das künftige                    Marientheater.
1802–1865 Lebt
Andreas Stackenschneider, Architekt von Sanct-Petersbourg, Meister des
                  Eklektizismus, Schöpfer des Belosselski-Beloserski-Palais auf der Neva-Allee, des
                  Prinzessin-Maria-Palais, des Palais des Großfürsten Nikolaus, und des Alexis-Palais an
                  der Mja.
1804–1810 Errichten der Börse am Kap der Wassili-Insel (Hirvisaari) mit den 2 Rostralsäulen durch
                   Jean Thomas de Thomon.
1805–1867 Lebt
Peter Baron Clodt von Jürgensburg, berühmter Bildhauer von Sanct- Petersbourg.
                   Kopien seines Hauptwerkes – 4 Figuren, die "Die Zähmung eines Rosses" darstellend –
                   schmücken Wien und Neapel.
1806–1808 Giacomo Quarenghi erbaut das Smolny-Institut für adlige Mädchen.
1806–1823 Umbau der Admiralität durch Andrean Sacharow.
1811–1837 Alexander Puschkin (1799-1837) in Sanct-Petersbourg, Autor der mystischen Novelle
                   "Pique Dame" (1834) zum Petersbourg-Thema.
1813–1889 Lebt Petersbourger
Nicolas Benois, Hofarchitekt von Nikolaus I und Alexander II,
                   Schöpfer der Chor-Kapelle an der Mja, der neogotischen Kaiserlichen Pferdeställe, des
                   Bahnhofs und des Kavallerie-Korpsgebäudes in Peterhof sowie des Sommertheaters in
                   Paulowsk.
1816–1875 Lebt
Apolinary Krasowski, Petersbourger Ingenieur, Begründer der Theorie des
                   Rationalismus in der Architektur.
1818–1858 Auguste Montferrand erbaut die Isaaks-Kathedrale.
1819–1829 Das Generalstab-Ensemble von Carlo Rossi entsteht auf dem Winterpalais-Pl.
1825, 26 12 Aufstand der militärischen Truppen gegen den Absolutismus und das Leibeigentum in
                   Sanct-Petersbourg, organisiert von der "Nordgesellschaft" der Militäroffiziere. Am Tag
                   der Krönung von Nikolaus I, Bruder von Alexander I, besetzten ca. 3000 Soldaten und
                  100 Offiziere den Senatsplatz, mit dem Ziel, die Behörden zu zwingen, eine
                   Grundsatzerklärung zur russischen Nation abzugeben. Der Aufstand wurde wegen des
                   Verrats seines Führers, Prinz Serge Trubetzkoi, unterdrückt. Dies bewirkte die
                   zunehmende Entwicklung des Polizeiregimes im Reich und den späteren Sieg des
                   Bolschewismus 1917. Andererseits verlängerte es die Vorherrschaft von Sanct-
                   Petersbourg als westeuropäische Metropole über das ethnische Russland.
1825–1855 Herrschaft von
Nikolaus I, der einmal gestand, "keinen Tropfen russischen Bluts" in
                   seinen Adern zu haben. Während seiner Regierungszeit wurde die nationale
                   Befreiungsrevolte von Polen-Litauen (1830-1831) unterdrückt und die Idee der
                   nationalen orthodoxen Ideologie für die ethnischen Russen erfunden, um neue Revolten
                   zu verhindern.
1829–1834 Carlo Rossi errichtet die Paläste des Senats und der Synode.
1829–1894 Lebt
Anton Rubinstein, Petersbourger Pianist, Dirigent und Komponist, Begründer des
                   Konservatoriums (1862).
1833–1838 Die lutherische Kathedrale von St. Peter auf der Neva-Allee wird durch Alexander Brullow                    erbaut.
1839–1844 Der Prinzessin-Maria-Palais (Marienpalais) durch Andreas Stackenschneider entsteht.
1840–1893  Lebt der größte Petersbourger
Peter Czajkowski (Tschaikowski), weltweit anerkannter
                   Komponist der französischen Schule, Schöpfer der Ballette "Nussknacker",
                   "Schwanensee", "Dornröschen", von berühmten Symphonien, Konzerten, Opern und
                   anderen Meisterwerken der klassischen Musik.
1850           Einweihung des öffentlichen Museums Neue Ermitage, konstruiert von dem deutschen
                   Architekten
Leo Klenze (1784-1864).
1855–1881 Herrschaft von
Alexandre II, Sohn Nikolaus I. Seine Herrschaft war gekennzeichnet durch
                   viele demokratische Verbesserungen, in erster Linie und vor allem durch die
                   Abschaffung der Leibeigenschaft. Trotzdem entwickelten sich eine Menge revolutionärer
                   Tendenzen. Die Bewegung der "Volkswille" koinzidierte mit dem Zuwachs am ethnisch-
                   russischen Anteil der ständigen Bewohner Sanct-Petersbourgs, herrührend vom Zufluss
                   der Arbeitermassen in die industrialisierte Stadt im letzten Viertel des 19. Jhs. Für diese
                   ethnischen Russen hatten die demokratischen Reformen wenig Bedeutung, weil ihnen
                   das westeuropäische Sanct-Petersbourg selbst fremd war und daher feindlich erschien.
                   Sie hegten eine Leidenschaft, es zu zerstören. Revolutionäre Bewegungen nahmen
                   terroristischen Charakter an. Repräsentanten von Jiddischland (der in der
                   "Siedlungszone" von Kurland, Litauen, Polen, Weißrussland und der Ukraine
                  eingesperrten Juden) sowie anderer diskriminierter Nationalitäten nahmen aktiv an
                  diesen Bewegungen teil. Alexander II wurde Opfer der wilden Morde. Dieses kann man
                  auch als Gnade Gottes für diese gutherzige Person ansehen, die ihn von seinem
                  Ehebruch im persönlichen Leben rein wusch. Dennoch ist der Name Alexanders II auch                       mit der Unterdrückung der polnisch-litauischen Befreiungsrevolte von 1863-1864
                  verbunden. Unter seiner Herrschaft wurde die Ideologie der Autokratie, der Orthodoxie
                  und des russischen Nationalismus theoretisch vorgeformt; aktiv durchgesetzt wurde sie
                  jedoch erst während der Herrschaft seines Sohns und Enkels. 
1860 Alberto Cavos rekonstruiert das Zirkus-Gebäude für das Marientheater in Sanct-Petersbourg
                  Kolomna.
1861–1916 Berühmter Dirigent, Kappellmeister des Marientheaters Komponist
Eduard Naprawnik (1839, Bejst in Tschechien – 1916) in Sanct-Petersbourg.
1862          Einweihung des Konservatoriums durch seinen Gründer Anton Rubinstein im Gebäude
                  des ehemaligen Großen Theaters gegenüber dem Marientheater.
1862–1887 Lebt
Simon Nadson, herausragender Petersbourger Dichter, Vertreter der
                  Dekadenzdichtung.
1863–1865, 1872 Bau der Reformierten Evangelischen Kirche am Ufer der Mja durch Architekten
                 
H.Bosse und K.Rachau. Nach 1917 entstellten die Bolschewiken die Kirche, indem sie
                  dieletztere in den Kinoklub der Arbeiter der Meldewesen umwandelten.
1870–1960 Lebt
Alexandre Benois, herausragender Künstler von Sanct-Petersbourg und
                  Mitbegründer der Welt der Kunst-Gruppe sowie deren Leiter, Sohn von Nicolas Benois.
1875–1956 Lebt
Reinhold Gliere, der letzte Petersbourger Komponist; er schuf die Hymne Sanct-   
                  Petersbourgs.
1876–1877 Bau des Zircus von Gaetano Cinizelli durch Archtekten
W.Kenel, P.Bernhardt und
                 
O.Krehl.
1880–1884
Michael Wrubel (Wróbel, 1856–1910), russischer Maler und Zeichner polnischer
                  Abstammung, studierte und arbeitete in Sanct-Petersbourg. 
1881–1894 Herrschaft von
Alexander III, Sohn von Alexander II. Dieser Kaiser regierte unter den
                  Bedingungen der beschleunigten Russifizierung von Sanct-Petersbourg. Diese
                  Tatsache, wie auch das erbärmliche Ende seines westernisierten Vaters, zwang
                  Alexander III zu dem Versuch, ethnisch russisch zu werden, um sich der Nation, die 
                  seinem Reich den Namen verliehen hatte, dicht anzunähern. In dieser Hinsicht war seine
                  Politik und die seines Sohnes, Nikolaus II, entgegengesetzt zu dem historisch  
                  westeuropäisch-orientierten Weg von Peter I, Gründer von Sanct-Petersbourg,
                  ausgerichtet. Ein künstlicher Modus von idealisierter ethnisch-russischer Kultur setzt ein.
                  Russische pseudo-byzantinische  Kirchenarchitektur wird in Sanct-Petersbourg
                  eingeführt, die mit seinem westlichen Erscheinungsbild disharmonierte. Gleichzeitig war
                  jede Art von Russifizierung in allen Teilen des Reiches begleitet mit der Provokation der
                  ethnischen Russen, die Juden zu ermorden und zu berauben. Antisemitische Mythen
                  werden weit verbreitet, die amtliche Politik nimmt ebenfalls antisemitischen Charakter an.
                  Die Auslandspolitik ist mehr Frankreich zugewandt und weniger an Deutschland
                  orientiert.
1890, 19 12 Premiere der Peter Czajkowskis Oper "
Pique Dame" nach Alexander Puschkin im
                  Marientheater unter Leitung Eduard Naprawniks (Die Premieren in Deutschland: Berlin,
                 1907, Dresden, 1929). 
1894–1917 Herrschaft von
NiKolaus II, Sohn Alexanders III. Nikolaus II fährt fort, einen russischen
                 Zaren zu spielen. Unglücklicherweise schien Nikolaus II ein ziemlich beschränkter
                 Herrscher zu sein, dessen Entscheidungen entweder fehlerhaft waren, oder zu spät
                 kamen. Er konnte die Provokation vom 9 Januar 1905 nicht untersagen, die formell den
                 Bruch der 1. Revolution kennzeichnete. Der Krieg gegen Deutschland war das
                 Endresultat der russischen Verrücktheit und bedeutete das Ende von Sanct-Petersbourg
                 und für die Gottorp-Dynastie selbst. Nach seiner Arretierung und der seiner Familie 1917
                 wurden sie zuerst in Zarskoe Selo gefangen gehalten, dann in Tobolsk – und in
                 Jekaterinburg in Sibirien. Sie alle wurden brutal von ethnischen Russen am 17. Juli 1918
                 in Jekaterinburg im Auftrag des bolschewikischen Degeneraten Wladimir Lenins und
                 Jakow Swerdlows ermordet. Dieses war nicht der letzte Grund, weshalb Jekaterinburg
                 später in Swerdlowsk umbenannt wurde. Der Mord war nicht nur wegen der
                 Persönlichkeiten der Opfer ein historischer, sondern weil sie die ersten Opfer waren,
                 deren Mord ein Massenmord war (zusammen mit den Bediensteten und anderen
                 Verwandten in Alapaewsk), heimlich sanktioniert von den obersten Behörden mit
                 amtlicher Lüge. Somit war dieses der Beginn des bolschewistischen Völkermords, der
                 sich  während der folgenden Jahrzehnte fortsetzte. Das Haus ihrer Ermordung wurde zum
                 Pilgerziel für zahlreiche Russen in den darauf folgenden Dekaden. Deshalb ordnete Boris
                 Jelzin als künftiger Präsident von Russland an, das Haus zu demolieren, während er 1.
                 Sekretär der kommunistischen Partei in Swerdlowsk war. Auf diese Weise verbündete
                 sich Boris Jelzin mit den ethnisch-russischen Feinden von Sanct-Petersbourg und wurde
                 zum Teilnehmer des Mordes (alle Mörder versuchten natürlich von Anfang an alle Spuren
                 des Mordes zu verbergen), besudelt mit dem unschuldigen Blut zumindest der Kinder,
                 des Doktors und der Bediensteten.
1914         Sanct-Petersbourg wird in Petrograd umbenannt.
1917         Die russische Februar-Revolution schafft die Monarchie ab.
1917, 25 10 / 7 11 Leo Trotzki organisiert den Aufstand der Bolschewikischen Sowjets gegen die
                Temporäre Regierung, Wladimir Lenin wird zum Kopf des blutigen ethnisch-russischen
                Bolschewikenstaates. Ende der Epoche der Sanct-Petersbourger Metropole, Beginn des
                Völkermords.

                                                                                                                                       
                                                                                                             
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